www.McDonalds.com

Im einfachsten Fall kann Lokalisierung die bloße Anpassung einer Währung bedeuten. Nicht selten dagegen, müssen Unternehmen ihre Produkte regelrecht neu erfinden, um den Geschmäckern und kulturellen Vorlieben lokaler Märkte entgegenzukommen. Der reguläre Rinder-Big Mac zum Beispiel wird in Indien mit Sicherheit nicht gerade auf Begeisterung stoßen. Der McCurry mag zwar nicht aussehen wie ein traditionell indisches Curry, klingt für Menschen der indischen Kultur dafür definitiv verlockender, als das Standardangebot einer McDonalds Filiale in Downtown LA. Auch die Anspielung auf einen König (Maharaja) wird gewiss die Aufmerksamkeit so manchen Inders auf sich ziehen.

Sparen Sie nicht an der Lokalisierung

So einige Unternehmen mussten es auf die harte Tour lernen: Lokalisierung kann entscheidend dazu beitragen, ob ein Produkt einen neuen Markt erobert oder schlichtweg scheitert. Ein für einen Markt fremdes Produkt zieht meist vor allem diejenigen an, denen das Produkt schon andererorts begegnet ist. Ergo: Das Produkt ist eher ein Nischenprodukt, als dass es für die breite Masse des regionalen Markts geeignet ist. Manchmal kann es schon reichen, das auf der Verpackung geschriebene zu übersetzen, während andere Produkte völlig neu überarbeitet werden müssen.

Phänomen Coca-Cola – so wird‘s gemacht

Coca-Colas Auftritt ist rund um die Welt derselbe. Denjenigen, deren Geschmacksnerven etwas sensibler sind, wird jedoch auffallen, dass der Geschmack des Erfrischungsgetränks von Region zu Region variiert. Jene Unterschiede sind dabei lediglich auf den im Getränk enthaltenen Zuckeranteil zurückzuführen. Die „süßen“ Amerikaner auf der einen Seite bevorzugen Getränke mit höherem Zuckeranteil, während im asiatischen Raum weniger süße Varianten vorgezogen werden. Coca-Cola erkannte, dass allein das Regulieren des Zuckeranteils von Markt zu Markt ausreicht, um Verbraucher weltweit zufriedenzustellen. Coca-Cola hat allerdings auch die Zeit auf seiner Seite – schon seit 1886 verwöhnt es die Gaumen dieser Welt. Die Marke Coca-Cola ist dabei schon fast eine Ausnahmeerscheinung, nur wenige Unternehmen genießen eine ähnliche globale Markenpräsenz.

 

Namensänderung – keine Seltenheit

Manchmal mag es sogar notwendig sein, im Laufe des Lokalisierungsprozesses den Produktnamen zu ändern. Das geht natürlich so mancher Geschäftsleitung gegen den Strich, welche die „Identität“ der Marke um jeden Preis beibehalten will. Gerade sie müssen jedoch einsehen, dass der Name der entscheidende Faktor für den Erfolg eines Produkts sein kann. Die bekannte britische Marke „Vicks“ zum Beispiel musste ihren Namen dem deutschen Markt anpassen. „Wick“ wird das Produkt hier nun genannt, da die deutsche Aussprache von „Vicks“ unverkennbaren Bezug auf einen umgangssprachlichen und eher „unartigen“ sexuellen Ausdruck nimmt.

www.wick.de

Lokalisierung bei Wonder Words

Bei Wonder Words gehen wir simpel, aber sorgfältig vor. Unsere Methode im Überblick:

  • Jedes Projekt wird einem auf das Fachgebiet spezialisierten Projektmanager zugeteilt.
  • Eine erste Begutachtung erfolgt durch den Projektmanager – Abschätzung des Umfangs des Lokalisierungsprozesses.
  • Der Projektmanager präsentiert dem Wonder Words-Komitee seine Ergebnisse und Vorschläge. Im Rahmen der nachfolgenden Schritte wird eine gemeinsame Entscheidung getroffen.
  • Je nach Bedarf wird eine Fokusgruppe aufgestellt, zusammengesetzt aus einem möglichst breiten Spektrum an Konsumenten – mit folgenden Zielen:
    • Abschätzung des Marktpotenzials des Produkts/ der Dienstleistung auf dem Zielmarkt.
    • Finden einer geeigneten Produktplattform auf dem Zielmarkt.
    • Abwägen, inwieweit das Produkt/ die Dienstleistung an die Gegebenheiten des Zielmarktes angepasst werden muss.
  • Werden der Lokalisierungsprozess als weniger komplex und keine weiteren strukturellen Maßnahmen als erforderlich erachtet, wird ein fachkundiger Lokalisierungsexperte hinzugezogen. Vorgegangen wird wie folgt:
  • Er/Sie prüft, ob das Produkt/ die Dienstleistung für den regionalen Markt geeignet ist.
  • Beurteilung der Tauglichkeit des Markennamens.
  • Anpassen des Schriftzugs/ Textmaterials.

Der zuständige Projektmanager präsentiert dem Wonder Words-Gremium seine Ergebnisse, die finale Absegnung erfolgt. Lokalisierung kann sich als einfacher und kostengünstiger, oder eben als komplexer Prozess entpuppen. Unabhängig davon, ob es sich um Lokalisierung von Übersetzungen, Websites, Software oder anderen Produkten handelt: in jedem Fall muss ein Bewusstsein für die immense Bedeutung von Lokalisierung auf dem Weg in den internationalen Markt entstehen.